Europa 2020
Die Europa 2020 Strategie von März 2010 ist ein 10-Jahres-Programm der Europäischen Union für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Die fünf Kernziele der Strategie betreffen die Bereiche Beschäftigung, Innovation, Klimawandel, Bildung und Bekämpfung der sozialen Ausgrenzung. Bis 2020 sollen
- 75% der 20- bis 64-Jährigen eine Beschäftigung haben
- 3% des BIP der EU für Forschung und Innovation aufgewendet werden
- die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 20% gesenkt, die erneuerbaren Energien um 20% erhöht und die Energieeffizienz um 20% gesteigert werden
- die Schulabbrecherquote auf unter 10% gesenkt und der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Hochschulbildung auf mindestens 40% erhöht
- sowie die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.
Zur Förderung von Wachstum und Beschäftigung in Europa wurden sieben Leitinitiativen aufgestellt, bei denen sich nationale und europäische Maßnahmen ergänzen und gegenseitig verstärken sollen. Dazu gehören unter dem Titel "Integratives Wachstum" die im Beschäftigungsausschuss bereits behandelte Initiative "Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen" sowie die "Europäische Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung".
Weitere Informationen:
Beschluss des Europäischen Rates vom 17. Juni 2010
Eurostat: aktuelle Indikatoren
Resolution des Europäischen Parlaments
Die Leitinitiative "Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen" zielt darauf ab, den künftigen Kompetenzbedarf auf dem europäischen Arbeitsmarkt besser vorherzusehen sowie die Kluft zwischen Bildungs- und Arbeitswelt zu schließen. Damit das Ziel einer Beschäftigungsrate von 75% bis 2020 zu erreichen ist, sind gut qualifizierte Arbeitnehmer ein wichtiger Bestandteil. Wir müssen in Zukunft unsere Aus- und Weiterbildungssysteme optimieren, um die Kompetenzen der Arbeitnehmer den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes besser anzupassen und so den technologischen Wandel zu begleiten. Wir Sozialdemokraten legen dabei besonderen Wert auf ein Gleichgewicht zwischen langfristigen Arbeitnehmerinteressen und Flexibiliät des Arbeitsmarktes. Die Bekämpfung der hohen Schulabbrecherquoten, die bessere Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt, der Ausbau des lebenslangen Lernens sowie eine bessere Anerkennung der Qualifikationen von Drittstaatsangehörigen sind dabei unsere Prioritäten.
Weitere Informationen:
Initiativbericht des Europäischen Parlaments
Die Leitinitiative "Europäische Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung" sieht Maßnahmen vor, um die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten oder betroffenen Menschen bis 2020 um mindestens 20 Millionen zu senken. Aktuell handelt es sich um mehr als 80 Millionen Menschen. Die europäische Plattform soll Mitgliedstaaten, EU-Organe und die wichtigsten InteressensvertreterInnen zusammenbringen und so den Austausch von innovativen Ansätzen und Erfahrungen fördern. Zudem sollen EU-Mittel die nationalen Aktionen im Bereich der sozialen Eingliederung und Bekämpfung von Diskriminierung verstärkt unterstützen. In diesem Rahmen ist es für uns Sozialdemokraten wichtig, die gefährdeten Gruppen wie Jugendliche, Frauen, ältere Menschen, Kinder, Menschen mit Behinderung, Migranten und Roma besonders zu schützen. Den Menschen muss ein Mindesteinkommen gewährt werden, das ihnen erlaubt, unter humanen Bedingungen zu leben. Des Weiteren müssen wir entschieden gegen das Phänomen der arbeitenden Armen angehen. Damit wirklich ein konstruktiver Dialog zwischen den betroffenen Akteuren der Zivilgesellschaft und der Politik entstehen kann, fordern wir Sozialdemokraten zudem, dass die Europäische Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung institutionalisiert wird und jedes Jahr die betroffenen Akteure zusammenbringt.
Weitere Informationen:
Initiativbericht des Europäischen Parlaments





