Arbeitsmarkt Südwestfalen - Abgeordnete Sippel und Brase luden zu Veranstaltung in Siegen ein

23.11.2011:

Arbeitsmarkt Südwestfalen - Abgeordnete Sippel und Brase luden zu Veranstaltung in Siegen ein

‚Südwestfalen: Eine wichtige Industrieregion in Nordrhein-Westfalen‘: So hätte der Titel der Veranstaltung von Birgit Sippel und Willi Brase in dieser Woche auch lauten können. Die beiden Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie des Deutschen Bundestags hatten zu einer Podiumsdiskussion in die Bismarckhalle Siegen eingeladen. Als Gäste kamen zahlreiche Fachleute aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, kommunalen Behörden und Wirtschaftsförderungen, Handwerk und Arbeitsagenturen.

Guntram Schneider, NRW-Arbeits- und Sozialminister und Hauptreferent bei der Veranstaltung, stellte klar: „Der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Industrie ist in Südwestfalen inzwischen höher als im Ruhrgebiet.“ Das hatte Auswirkungen auf die Unternehmen während der letzten Wirtschafts- und Finanzkrise: Nur dadurch, dass zahlreiche Betriebe in Kurzarbeit gingen, konnten Massenentlassungen bei fest angestellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verhindert werden, waren sich alle Referenten einig. „Leidtragende waren allerdings die Leiharbeitnehmer, die vielfach ihre Arbeit verloren“, stellte Hartwig Durt, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Siegen, fest.

Südwestfalen stehe wie die meisten Regionen Nordrhein-Westfalens und Deutschlands auch aktuell und in naher Zukunft vor wichtigen arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Herausforderungen: Die Zunahme befristeter und prekärer Arbeitsverhältnisse, die hohe Schulabbrecherquote insbesondere bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund, der zunehmende Fachkräftemangel und auch der immer wieder zitierte ‚demographische Wandel‘ bedürften einer Lösung. Willi Brase ergänzte: „Von der konstant hohen Zahl an Langzeitarbeitslosen, insbesondere in Siegen-Wittgenstein, sind wir bisher nicht herunter gekommen, darum ist es unverständlich, dass die Mittel der Agentur für Arbeit für diesen Bereich vom Bund gekürzt worden sind.“ Guntram Schneider erneuerte die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn: „Dieser ist“, so der Minister, „bereits in 21 europäischen Ländern vorhanden.“ Er sprach zudem die Berufsqualifizierungsprogramme für Jugendliche des Landes NRW an, durch die insbesondere jungen Migrantinnen und Migranten eine berufliche Zukunft in Deutschland ermöglicht werden solle. Sippel, Brase und Durt bekräftigten die Relevanz von Qualifizierungsmaßnahmen für (geringer qualifizierte) Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Arbeitslose entsprechend deren Anforderungen, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Meinolf Niemand, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, stellte in diesem Zusammenhang die Wertigkeit der dualen Ausbildung in Deutschland heraus und bat die Europaabgeordnete Birgit Sippel, sich auf europäischer Ebene für ein Fortbestehen dieses dualen Systems in Deutschland einzusetzen.

„Europäische Strukturförderung sowohl für die wirtschaftlich schwachen wie auch für die besser dastehenden Regionen muss es auch in Zukunft geben“, machte Birgit Sippel zum Abschluss der Veranstaltung deutlich. Allerdings dürften Bund und Land die Hürden für die Antragsstellung für entsprechende landes- und bundespolitische Programme nicht zu hoch setzen.

 

 

Birgit Sippel

Europäische Union Sozialdemokratische Partei Deutschlands
 
S&D Fraktion Facebook

SSID